Ausbildung mit dem Hund

Eignungstest

Vor Beginn der Ausbildung steht der Eignungstest:
Ein Rettungshund muss ein sicheres, freundliches und unerschrockenes Verhalten zeigen. Dies muss in unterschiedlichsten Situationen erkennbar sein. Getestet wird unter anderem, wie sich der Hund bei optischen und akustischen Einflüssen (Lärm durch hupende Autos oder Motorsägen, flatternde Tücher, Feuer,…), im Kontakt mit fremden Menschen und anderen Hunden sowie auf unangenehmen Untergründen verhält.

Ein Hund, der in einigen Punkten nicht das erwünschte Verhalten zeigt, wird nicht weiter zum Rettungshund ausgebildet. Auch für Helfer ohne Hund gibt es in der Staffel genügend Aufgaben.

Beim Eignungstest spielt die Rasse des Hundes keine Rolle. Der Erfahrung nach eignen sich die meisten Gebrauchshunde oder gebrauchshundeähnlichen Rassen für die Ausbildung zum Rettungshund, sofern diese Tiere belastbar sind und Ausdauer mitbringen – und natürlich Spaß an der Arbeit.

Gehorsam

Einer der vier Prüfungsteile ist die Gehorsamsprüfung. In Einzel- und Gruppenarbeit erlernen und vertiefen die Hundeführer einzelne Kommandos und Übungen. Trainiert wird mit und ohne Leine. Das Laufen des Hundes “bei Fuß” wird in unterschiedlichen Tempi trainiert, darauf aufbauend Richtungswechsel, “Sitz”, “Platz” und “Steh” aus der Bewegung. Weiter muss sich der Hund ca. 20 m in die vom Hundeführer angezeigte Richtung “voran” schicken lassen oder sich alternativ an sichtbaren Elementen wie beispielsweise Pylonen auf Entfernung detachieren lassen.

Ausbildung Suche in der Fläche

Schwerpunkt in der Rettungshundeausbildung ist die Suchausbildung. Der Hund muss nicht nur lernen, seine Nase zielgerichtet einzusetzen, um menschliche Witterung aufzunehmen und auszuarbeiten, er muss auch lernen, ausdauernd – im Einsatzfall über Stunden hinweg – zu suchen. Besonders wichtig ist natürlich, dass der Hund dem Hundeführer seinen Fund auch zuverlässig meldet, das heißt: die “vermisste Person anzeigt”. Daher wird regelmäßig die jeweilige Anzeigeart des Hundes trainiert und gefestigt. Die meisten unserer Hunde “verbellen” die gefundene Person, aber auch das “Freiverweisen” und das “Bringseln” –  Anzeigearten, bei denen der Hund die gefundene Person verlässt, seinen Fund dem Hundeführer zum Beispiel durch Anspringen anzeigt und ihn anschließend zur “vermissten Person” zurückführt – werden in unserer Staffel von einigen Hunden und ihren Hundeführern angewandt.

Prüfung zur Rettungshunde in der Fläche

Die Ausbildung zum Rettungshund dauert ungefähr zwei bis drei bis zur Prüfung, die alle 24 Monate wiederholt werden muss.
In der Prüfung selbst müssen vier Teilprüfungen bestanden werden. In der Flächenprüfung gemäßg GemPPO-RH F sind dies folgende:
Fachfragenprüfung:
Schriftliche Beantwortungen verschiender Fragen durch den Hundeführer
Verweisprüfung:
Sichere Anzeige einer in 30 m Entfernung offen liegenden Person durch den Hund.
Gehorsamsprüfung:
Hierbei muss der Hund auf Hörzeichen seinem Hundeführer ohne Leine folgen und unterschiedliche Kommandos zuverlässig ausführen. Außerdem muss er sich von seinem Hundeführer und einer weiteren Person tragen lassen.
Flächensuchprüfung:
Innerhalb 20 Minuten müssen eine bis zwei Versteckpersonen in einem Waldstück durch das Rettungshundeteam aufgefunden und erstversorgt werden.

Ausbildung zur Suche in Trümmen

Werden nach Erdbeben, Explosionen und ähnlichen Katastrophen Menschen unter den Trümmern vermisst, ist dies immer ein Wettlauf gegen die Zeit.
Die Verschütteten müssen so schnell wie möglich geortet werden, wobei die Trümmerstruktur nicht unnötig belastet werden darf, um zB das Nachrutschen von Trümmerteilen zu verhindern. Hier kommen speziell ausgebildete Trümmersuchhunde zum Einsatz.
Diese Arbeit erfordert ein enormes Maß an Geschicklichkeit, Ausdauer und Belastbarkeit von Hund und Hundeführer. Von vielerlei Fremdgerüchen, anderen Einsatzkräften und dem Lärm von Bergungsgeräten darf sich der Trümmersuchhund nicht ablenken lassen. Er muss sich sicher auf den unterschiedlichsten Trümmerlagen bewegen können, während er diese nach menschlicher Witterung absucht. Da der Hundeführer die Trümmer meist nicht betreten darf, muss sich der Hund auf Distanz führen lassen und gleichzeitig ein hohes Maß an Selbständigkeit aufweisen.

Für die Rettungshundearbeit, insbesondere für die Trümmersuche, ist es wichtig, dass sich der Hund sicher und gewandt auf verschiedenen Untergründen bewegen kann. Der Hund lernt bei der Gerätearbeit mit Ruhe und Sicherheit seine Bewegungen zu koordinieren, um z. B. schmale Stege zu überqueren, auf steile Leitern zu steigen, Wippen zu überqueren, glatte Steigungen zu überwinden, auf wackeligen Brettern zu gehen. Bei diesen Übungen muss berücksichtig werden, dass der Hund von Natur aus kein Klettertier ist und Sicherheit oberste Priorität hat.

Prüfung für Rettungshunde in Trümmern

Auch die Trümmerausbildung schließt mit einer Prüfung ab, die alle 24 Monate wiederholt werden muss.

Die ersten beiden Teilprüfungen unterscheiden sich kaum von der Flächenprüfung: nach dem Fachfragentest, dem sich der Hundeführer stellen muss, folgt auch hier die Gehorsamsprüfung.
Ausschließlich in der Trümmerprüfung gibt es jedoch eine Überprüfung des Hundes an vier Geräten (Tunnel, Wippe, Leiter und Steg), die der Hund ohne Hilfe korrekt zu begehen hat. Ist auch diese Teilprüfung bestanden, so wird das Team zur Suche zugelassen. Hier gilt es bis zu vier Personen in einem unbekannten Trümmergelände zu finden, die der Hund durch Verbellen anzeigen muss. Vom Hundeführer wird eine korrekte Meldung mittels Funkgerät an die Prüfungsleitung, sowie eine angemessene Versorgung der aufgefundenen Personen verlangt.

Artikel in der HundeWelt Sport
Ein Artikel über die bestandene Trümmerprüfung der vier Reutlinger Teams ist in der Zeitschrift HundeWelt Sport (Ausgabe 2/12, S.4f) zu finden. Danke an Ulf für diesen tollen Bericht, der hier aufgerufen werden kann.